Der Kapuzenschal, den ich im Dezember letztes Jahr gestrickt habe war ein Test, ob mir so ein Schal überhaupt steht und praktisch ist. Der Schal sieht gut aus, ist tragbar, aber nicht allzu warm. Da uns der Winter noch sehr im Griff hat wollte ich noch einen wärmeren Kapuzenschal stricken.
Von meiner Mama habe ich zwei Truhen mit Wollresten geerbt. Und für einen weiteren Kapuzenschal wollte ich auch wieder auf bereits vorhandene Wolle zurückgreifen und den Resteabbau weiter fortsetzen. Gefunden habe ich von der Junghans Wolle „Poco“ 4 Knäuel, je 2 in der gleichen Farbe. Einmal weinrot einmal aubergine. Die Farben passen gut zusammen, also war der Plan geboren einen gestreiften Schal damit zu stricken.
Auswahl des Strickmusters für den Kapuzenschal
Bei Instagram ist mir dann das neue Strickmuster des Cappuccio Scarf von Tanja Steinbach über den Weg gelaufen. Im Lana Grossa Shop gab es das Strickmuster bis Ende Dezemer noch mit einem Rabatt und ich habe direkt zugeschlagen.
Cappuccio Scarf Kapuzenschal stricken
Zuerst werden die zwei Schalteile gestrickt Gestrickt wird im Halbpatent mit tiefgestochenen Maschen. In jeder 10. Reihe werden 2 Maschen aufgenommen, danach habe ich dann auch immer die Farbe gewechselt.
Meine Wolle hat bei der Maschenprobe ergeben, dass zwar die Breite passt aber die Höhe nicht ganz. Deshalb sind meine Schalteile etwas länger geworden. Finde ich aber gut so, denn ich mag es, den Schal mehrmals schön warm um den Hals zu wickeln.
Bei der Kapuze habe ich die Anzahl der Reihen dann angepasst, bis ich die angegebene Höhe erreicht habe. Dann wird über die mittleren Maschen hin und hergestrickt und in jeder Reihe 1 Masche abgenommen. Am Ende werden die letzten Maschen mit einem Kordelrand abgekettet.
Die Wolle ist fast vollständig aufgebraucht. Das sind die Reste.
Und mit dem tollen gestreiften Cappuccio Scarf eröffne ich mein Bingojahr und kreuze das Feld „Winter“ an.
Was schenkt man einem Einjährigen, der genug Spielsachen hat? Ich hab ein bisschen überlegt und mich dann dafür entschieden etwas zu nähen.
Entschieden habe ich mich für die Kapuzenweste „Pink Cloud“ aus der Ottobre Kids 4/2017, die Nummer 4. In der Zeitung ist die Weste tatsächlich eine rosa Wolke.
Für meinen Neffen wollte ich die Weste aus einem größeren Rest blauen Softshell mit Seefahrer-Motiven nähen. Daraus hatte ich vor einigen Jahren für meinen anderen Neffen die Weste „for blustery days“ aus der gleichen Ausgabe genäht.
Natürlich war ich wieder mal spät dran und musste auf meine Vorräte zurückgreifen. Im Schrank war aber kein farblich passendes Schrägband zu finden. Dann erinnerte ich mich an ein Stück blaues Bündchen, das ich zuletzt beim Aufräumen fast schon entsorgen wollte. Ich habe es wohl mal von einem kaputten Kleidungsstück abgetrennt, sogar die Restfäden steckten noch im Stoff…. Die perfekte Farbe und genau ausreichend für die Arm- und Ausschnitt-Einfassungen. Also von wegen Müll (verlinke ich direkt im Jahresbingo von antetanni), denn an der Weste sieht man davon nichts und es sieht gut aus.
Leider hatte ich aber keinen passenden Reißverschluss, den habe ich dann bei Snaply bestellt. So kleine Sachen nähe ich ja nicht regelmäßig, 30cm Jacken-Reißverschlüsse sind also nicht im Stash.
Die Weste habe ich in Größe 86 genäht, ohne Kapuze.
Das Geburtstagsgeschenk kam sehr gut an und der Kleine kann die Weste hoffentlich lange tragen.
Eine Kombination aus Weste und Hose schwirrte mir schon länger im Kopf herum. Jetzt habe ich mich daran gewagt – wie immer ein bißchen late to the party…
Entschieden habe ich mich für die Weste Crinkled aus der Ottobre Woman 5/2023. Da ich nicht sicher war, ob so eine Weste mir wirklich steht, habe ich zuerst mit Stoffresten von zwei Leinenviskose-Stoffen ein Probeteil genäht: Hellgrün für vorne und grau für die Rückseite. Für das Futter nutze ich den Rest eines einfachen, gemusterten Baumwollstoffs. Die Vorderteile habe ich alle mit einer dünnen Vlieseline verstärkt.
Bei der Größe habe ich das Hinterteil in 46 und das Vorderteil in 50 zugeschnitten. Die Weste gefällt mir – obwohl sie als Probeteil gedacht war – wirklich gut und ich kann mir gut vorstellen sie zu tragen. Mal schauen wie kombinierfreudig sie durch die zwei Farben tatsächlich ist.
Ein paar kleine Änderungen habe ich noch ausgemacht und diese dann auf das Schnittmuster übertragen:
Armausschnitt unten etwas enger gehalten, damit es nicht so absteht
Hintere Ausschnittnaht etwa 1cm tiefer gesetzt, war mir etwas zu weit oben
Seitennähte etwa 0,5cm verbreitert ohne Armausschnitt zu vergrößern, so sitzt die Weste etwas angenehmer
Angepasste Weste
Mit einem rotbraun gestreiften Leinenviskose-Stoff, den ich im Sale bei Buttinette gekauft habe, habe ich dann eine zweite, richtige Version der Weste genäht. Gefüttert ist sie mit einem kaminroten Viskosestoff, von dem ich genau noch den passenden Rest übrig hatte.
Die Verarbeitung der Weste ist nicht super aufwändig, durch die Ab- und Untersteppungen aber doch etwas zeitintensiver. Wenn man genau nach Anleitung vorgeht, gibt es keinerlei Probleme und die Weste fügt sich wunderbar zusammen. Die Passform finde ich mit meinen Anpassungen jetzt sehr gut.
Die Weste sieht auch super zur Jeans aus.
Projektübersicht Weste – das ist drin:
Schnittmuster: Weste Crinkled Ottobre Design Woman 5/2023 Nr.5
Stoffe: Testversion: Reststücke Leinenviskose grün und grau; Baumwollpopeline Reststücke; zweite Version: Leinenviskose 0,5 m VB, Buttinette; Reststück Viskose für das Futter
Sonstiges: Vlieseline H180, Knöpfe – alles aus meinem Bestand
Kosten: ca. 15 Euro für beide Westen
Hose Easy fit – Ottobre Woman 2/2014
Die Weste ist sehr stoffsparend, so blieb von den 2m des Leinenviskose Stoffs noch genug übrig, dass ich mir noch eine passende Hose zur Weste nähen konnte. Lange hab ich alle meine Schnittmuster- Zeitschriften und Instagram durchsucht nach einem passenden Schnitt. Entschieden habe ich mich dann für die Leinenhose „cool & classic“, die ab Größe 46, die ich genäht habe, aber „easy fit“ heißt, aus einer ziemlich alten Ottobre Woman, der 2/2014.
Von der Hose habe ich kein Probeteil genäht. Ich habe allerdings vor dem Zuschnitt das Schnittmuster mit einer passende Hose verglichen. Die Hose war relativ schnell genäht. Die Passform ist sehr gut. Das Gummiband im hinteren Bundstreifen macht den Sitz perfekt ohne weitere Anpassungen. Ich musste keine Änderungen am Schnittmuster machen. Für die Taschenbeutel habe ich einen Rest gepunktete BW-Popeline genutzt.
Die Hose passt auch zu anderen Oberteilen.
Und weil mir die Hose direkt so gut gefiel, habe ich gleich noch eine zweite genäht, mit einem Baumwoll Hosenstoff in blau mit Karomuster, auch von Buttinette.
Projektübersicht Hose – das ist drin:
Schnittmuster: Hose Easy fit Ottobre Design Woman 2/2014 Nr. 14
Stoffe: Leinenviskose und BW-Hosenstoff (98% BW, 2% Elasthan), je 1,5 m VB, Buttinette; Rest Baumwollpopeline für die Taschenbeutel
Sonstiges: Knöpfe, Gummiband, Reissverschlüsse aus dem Bestand
Kosten: ca. 37 Euro für beide Hosen
Und hier noch das Gesamtoutfit, das Wetter hat sich beim Fotografieren nicht von seiner beste Seite gezeigt:
Und damit verlinke ich mein Outfit aus Weste und Hose beim MeMadeMittwoch. Danke an die Organisatorinnen für dieses monatliche Treffen- ich bin schon sehr neugierig, was die anderen Frauen heute und morgen auf dem MeMadeMittwoch-Blog präsentieren.
An Westen kommt man gerade ja nicht vorbei. Mein Feed bei Instagram spült mir immer wieder verschiedene Westen nach oben. Und schwupps springe ich mit auf den Trend.
Da kam das kostenlose Schnittmuster von PurlSoho, das ich über Instagram entdeckt habe, gerade richtig. Und ich erinnerte mich zudem an eine Weste aus einer älteren Ottobre Zeitschrift. Als sie damals im Briefkasten lag dachte ich direkt, die Weste brauche ich. Das wurde dann aus verschiedenen Gründen doch nichts. Aber besser spät als nie!
Also habe ich in meinem zugegebenermaßen viel zu großen Stoffvorrat nach passenden Resten gesucht und bin auch fündig geworden.
Von einem dünnen Stickstoff in rosa hatte ich von einem schon sehr lange zurückliegenden Projekt noch verschiedene mittelgroße Stücke übrig. Mit geteilten Vorderteilen reichten die Reste genau für die Schnittmusterteile der Weste. Für die Innenseite habe ich ein neues Stück Musselinstoff in hellrosa mit Leomuster genutzt. Diesen habe ich Anfang 2024 gekauft mit dem Gedanken an ein luftiges Sommershirt – und dann lag er doch nur im Regal. Das Schrägband ist neu, bei Driessenstoffen extra für die Weste gekauft.
Das Schnittmuster habe ich in Größe M zugeschnitten und als Basis genutzt. In beiden Vorderteilen habe ich in der Teilungsnaht eine Tasche mit Klappe integriert wie bei der Weste aus der Ottobre 2/2023 (Titelmodell).
Die Ausschnittlinie habe ich sehr stark angepasst und mehr an einen V-Ausschnitt angelehnt. Die Abschrägung ist frei Hand nach Gefühl entstanden. Der eigentliche Ausschnitt war mir viel zu hochgeschlossen.
Außerdem habe ich die Weste um einiges gekürzt, teils weil ich einen eher kurzen Oberkörper habe und auch weil der rosa Strickstoff sonst nicht gereicht hätte. Ich finde die Länge perfekt.
Genäht war die Weste sehr schnell. Einzig die Einfasung mit Schrägband dauert etwas, aber hier lohnt es sich langsam und genau zu arbeiten.
Ich liebe die Weste schon jetzt und das bleibt sicher nicht die einzige. Was ich bei einer weiteren Weste noch anpassen würde? Eventuell das Rückenteil etwas schmaler machen und auch den Halsausschnitt noch etwas mehr anpassen, damit die Weste weniger absteht oben am Hals.
Die Fakten
Schnittmuster: Quilted Vest von PurlSoho
Größe: M mit diversen Anpassungen, oben beschrieben
Stoff: Reste (Strickstoff), Musselin mit Leomuster von Megastoffen,Schrägband von Driessenstoffen, Baumwoll-Reste für Taschenbeutel
Und damit hüpfe ich rüber zum MeMadeMittwoch und schaue, was die anderen Frauen so alles genäht haben.