Blusen habe ich lange nicht mehr genäht und somit auch nicht im Schrank. Denn Kaufblusen passen meistens eher nicht. Jetzt hab ich mit der Tirza Bluse aus der FibreMood 31 einen neuen Versuch gestartet.
Zuerst habe ich aus einem größeren Reststück von dunkelblauem Musselinstoff eine Probe-Bluse in Größe L ohne Änderungen (außer dem hinzugefügten „Untertritt“) genäht. Sie ist ganz ok geworden und durchaus tragbar. Ich habe trotzdem einige Optimierungen ausgemacht.
Schnittanpassungen:
FBA mit Pivot and Slide, ca. 2 cm
Verlängerung um etwa 5 cm
Eine Schleife mehr, damit die Bluse unten besser geschlossen ist
Integration eines „Untertritts“ vorne, denn ich wollte nicht so gerne immer etwas darunter tragen müssen oder nackte Haut zeigen. Die Idee ist nicht von mir. Das habe ich auf Instagram bei Sue Stoney gesehen.
Nachdem ich am Schnittmuster die Änderungen gemacht hatte, ging es an den Zuschnitt mit einem tollen Viskosestoff „Daytona Palmen“ von Swafing, gekauft vor einigen Jahren in einem Stoffladen vor Ort, den es leider nicht mehr gibt.
Die Bluse lässt sich ganz gut nähen, auch das Wenden der Bindebänder hat ganz gut funktioniert.
An den Ärmeln habe ich vorne ein Gummiband eingezogen. Bänder wären mir hier unpraktisch vorgekommen.
Beim BINGO von antetanni kann ich damit teilnehmen, denn die Palmen sind auf jeden Fall etwas mit Blättern. Und damit mache ich mein viertes Kreuzchen.
Auch bei MeMadeMittwoch bin ich mit dieser Tirza Bluse dabei. Und jetzt schaue ich mal, was die anderen Sewistas heute auf dem virtuellen Laufsteg präsentieren.
Ich habe ein weiteres Upcycling-Projekt umgesetzt. Das vor einigen Jahren genähte Hemblusenkleid Elsenschwester war zu eng geworden und hing nur noch im Schrank. Viel zu schade um den tollen blauen Tencelstoff.
Der Stoff ist ein richtig schöner hellblauer Tencel mit einem wunderbaren Tragegefühl. Ich wollte deshalb auf jeden Fall aus dem nicht mehr getragenen Kleid Elsenschwester ein neues Kleidungsstück machen.
Eine Bluse sollte es werden. Dafür habe ich die Nahttaschen aufgetrennt, dann die Seitennaht geöffnet und das Blusenkleid auf Blusenlänge abgeschnitten.
Die rückwärtigen Naht habe ich ebenfalls bis hoch zur Passe aufgetrennt und dort einen Keil eingesetzt. Dann habe ich die endgültige Länge bestimmt und die Bluse gesäumt. Fertig ist ein schönes Teil.
Trends gehen meistens an mir vorbei. Aber so einen Sophie Scarf, den gefühlt momentan jede Frau braucht, musste ich dann doch direkt umsetzen.
Ein passendes Knäuel Wolle war schnell gefunden und los gings. Ich habe ohne Reihenzähler so vor mich hingestrickt, bis 8 zählen funktioniert mit ein bisschen Konzentration auch gut so.
Der Sophie Scarf war in zwei Abenden relativ schnell gestrickt. Ich habe mich für die lange Variante entschieden.
Und weil man Schals und Tücher sowieso immer gebrauchen kann, habe ich auch direkt gleich einen zweiten Sophie Scarf angeschlagen. Dieser ist aufgrund des Marerials etwas breiter geworden und daher etwa 5 cm kürzer.
Beide Minischals gefallen mir sehr gut und sind auch schon im Einsatz gewesen.
Im letzten Herbst hatte ich im Internet einen karierten Mantel bestellt und leider nicht richtig aufgepasst. Der Mantel kam aus China, hatte ein anderes Muster als bestellt, war schlecht verarbeitet, noch dazu aus einem Stoff 100% Polyester und hat auch gar nicht gepasst. Der Ärger war groß und das Ding lag bis Ende Januar in der Ecke.
Je länger der Mantel in der Ecke lag desto öfter kam mit der Gedanke an ein Upcycling oder Refashion-Projekt in den Sinn. Denn im Sinne der Nachhaltigkeit wollte ich den „Mantel“ nicht einfach so entsorgen. Und dann formte sich der Gedanke, den Mantel zu einer Jacke zu machen. Dafür wollte ich aber nichts neues dazukaufen und nur Dinge nutzen, die ich bereits in meinen Vorräten habe. Und so habe ich einfach mal gestartet aufzutrennen.
Zuerst habe ich den Mantel ungefähr auf Jackenlänge abgeschnitten und die Taschen und Taschenklappen abgetrennt. Danach habe ich die Knöpfe entfernt, die Knopflöcher und die Knopfleisten aufgetrennt. Auch den Kragen habe ich abgetrennt.
An beide Vorderteile habe ich ein Stück neu angesetzt, die Teile habe ich aus dem abgeschnittenen Stück zugeschnitten. Zuvor habe ich die Vorderteile so gekürzt, damit die angesetzten Stücke etwas breiter wurden, für mich optisch schöner. Anschließend habe ich einen Reißverschluss eingenäht, den ich noch im Vorrat hatte.
Die Streifen passen am Reißverschluss nicht zusammen, aber das habe ich nicht anders hinbekommen, da schon im Originalzustand die Streifen vorne nicht gepasst haben. Ich hätte dafür fast die komplette Jacke zerlegen müssen und der Stoff hätte vermutlich auch nicht gereicht. Ich finde es aber jetzt nicht ganz so schlimm.
Für den Saum überlegte ich zwischen Kordel oder eingenähtem Gummiband. Es wurde die Kordel. Dafür sprach die Variabilität und außerdem hatte ich auch eine passende, beigefarbige Kordel im Vorrat. Die Kordelenden habe ich mit einem Rest SnapPap geschlossen.
Die nächste Frage war, wie der Kragen werden sollte. Hier habe ich mich nach längerem Überlegen für einen kleinen Stehkragen entschieden. Und ich finde es passt sehr gut.
Die Ärmel habe ich so belassen wie sie sind. Kurz hatte ich überlegt das Bündchen mit Knopf zu entfernen und ein Gummiband einzuziehen. Auch bei den Taschen hatte ich überlegt ob ich Eingrifftaschen machen soll. Da ich aber nicht noch mehr Arbeit in die Jacke stecken wollte, habe ich die bisherigen Taschen wieder aufgenäht, allerdings ohne Klappe.
Aus einem nicht tragbaren Kurzmantel ist jetzt eine schöne Jacke geworden, die ich hoffentlich bald gut tragen kann.
Was habe ich verbraucht?
1 Reißverschluss
1 Kordel
kleines Reststück Snapap
Garn
1 Nähmaschinennadel (hat sich verabschiedet)
Was ist übrig?
5 Knöpfe
Ein paar Reststreifen, Ministücke und die 2 Taschenklappen vom Mantelstoff
Und damit reihe ich mich zum Thema „ich war…. und aus mir wurde…“ beim BINGO! von antetanni ein, wobei das Thema natürlich auch für „Ich denke an der Winter“ gepasst hätte…